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HANNE DARBOVEN

Hanne Darboven
Das Jahr 1974, 1974 , installation view
ink on parchment paper
372 sheets, each 29.5 x 21 cm
„’Ich schreibe, aber ich lese nicht.’
Gibt es ein Schreiben ohne Lesbarkeit? Gibt es eine Mathematik ohne Zweck?
Hanne Darboven, die Grande Dame der internationalen Konzeptkunst hat diese
Fragen mit ihrer Arbeit eindeutig mit „Ja“ beantwortet. Denn
Schreiben an sich ist bereits eine Chiffre für das Festhalten von
Gedanken, Geschichten, Erinnerungen oder Informationen. So wie jeder Umgang
mit Zahlen auf den Versuch einer Strukturierung hindeutet, auf Teile,
auf Mengen, auf Summen. Seit Mitte der sechziger Jahre errichtet Hanne
Darboven ihr künstlerisches Werk auf den Daten von Tagen, Monaten,
Jahren und Jahrhunderten. Gerade in einer Zeit, in der jungendbewegter
Hedonismus auf politischen Idealismus traf, Woodstock und Vietnam die
Welt aus den Fugen zu bringen schienen, begann Hanne Darboven, die damals
in New York lebte, für sich Ordnung herzustellen. Diese atemberaubende
Zeit und alle geschichtliche Zeit davor und danach ließ sich auf
ein Datum reduzieren, das für sich genügt, um darauf ein künstlerisches
Werk zu konstruieren. In ihrem Werk vereinigen sich die Logik der Structures
von Sol LeWitt und die historische Dimension der Date Paintings von On
Kawara. Beide künstlerische Weggefährten und Freunde aus jener
Zeit.
Hanne Darbovens Werk, ihre Schreibarbeiten, ihre Installationen und auch
ihre Kompositionen – denn auch Noten sind Notate, die wie Schriftzeichen
und Zahlen Konstruktionsmittel wie Konstruktionen sind – zeugen
nicht nur von Akribie und Ausdauer, sondern auch von einer unendlichen
Klarheit.“
(Veit Görner: „Ich schreibe, aber
ich lese nicht.“,
in: hanne darboven - ein jahrhundert - abc, Kestnergesellschaft, Hannover
2004)
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